15. Mai: Der Internationale Tag der Kriegsdienstverweigerer

Die DFG-VK Würzburg wird zukünftig diesen Tag in Würzburg gedenken und in der Stadt über Kriegsdienstverweigerung, Kriegsursachen, Waffenexporte und Aufrüstungspolitik informieren.

Der internationale Tag der Kriegsdienstverweigerer ist ein Aktionstag, der Ende der 1990er-Jahre eingeführt wurde und jährlich am 15. Mai stattfindet. Kriegsdienstverweigerung ist die Entscheidung einer Person, nicht am Kriegsdienst eines Staates teilzunehmen. Seit Menschen gegen ihren Willen zu Militärdiensten und Krieg gezwungen werden, gibt es Kriegsdienstverweigerung, die lange Zeit nur durch Desertion möglich war. Erst seit der europäischen Aufklärung wurde es denkbar, die Nichtteilnahme an Kriegsdiensten als ein Recht zu betrachten.

Seit 1945 wird es in immer mehr Staaten als allgemeines Menschenrecht anerkannt, das in vielen demokratischen Rechtsstaaten gesetzlich geschützt und einklagbar ist. 1987 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) das Recht zur Verweigerung des Kriegsdienstes als internationales Menschenrecht an. Seither kämpft die UN-Menschenrechtskommission um seine überprüfbare Anwendung und rechtsstaatliche Geltung, die in vielen Mitgliedsstaaten der UN nicht gewährleistet ist.

In Deutschland ist die Kriegsdienstverweigerung ein Grundrecht im Rahmen der Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit. Die Bundesrepublik Deutschland war der erste Staat der Welt, der diesem Recht Verfassungsrang einräumte. Dieses erhielt rechtlich, historisch und sachlogisch Vorrang gegenüber einer künftigen militärischen Landesverteidigung. Auch eine Zwangsrekrutierung von Deutschen durch die Alliierten sollte damit ausgeschlossen oder erschwert werden.

Wo ist Tag der Kriegsdienstverweigerer?
Weltweit
Welt

Der Text „Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerer“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

Kunst gegen Krieg – Kunst für den Frieden / Teil 1

Kunst gegen Krieg – Kunst für den Frieden / Teil 1Rubens - allegorie

Barocke Malerei und der 30-jährige Krieg – über die Friedensallegorien von Rubens. Eine kunsthistorische Zusammenfassung von Martina Jäger in Wort und Bild für die DFG-VK Würzburg  im Freiraum Würzburg / Teil 1 geht über den 30-jährigen Krieg / Teil 2: Die Weltkriege und Nachkriegszeit / Teil 3: Aktuelle Kunst und neue Entwicklungen.

Über 15 Personen nahmen bei dieser Veranstaltung nach dem Ostermarsch teil.

Peter Paul Rubens war ein angesehener Barockmaler flämischer Herkunft. Zudem war er Diplomat der spanisch-habsburgischen Krone uns und hatte viel Wissen, Erfahrungen und diplomatisches Geschick sammeln und anwenden können was das damalige politische Zeitgeschehen anging. In seinen Allegorien des Friedens (hier eine Auswahl der Gemälde)  übernimmt er aus der römischen Mythologie sinnbildhafte Götterfiguren als menschliche Metapher und Charakteren innerhalb verschiedener  Ereignisse des 30-jährigen Krieges. Pax, Mars und Venus finden sich in vielen seiner Gemälden der Friedensallegorien wieder – sie interagieren entsprechend der hoffnungsvolleren oder auch -losen Phasen während der Kriegszeit. Auch die sinnliche Wahrnehmung mir einer Interpretationsfreiheit steht im Mittelpunkt seiner Arbeiten.Naturdarstellungen und Kinderdarstellungen gelten als eine Sinnbilder für eine bessere und friedfertigere Zukunft. Rubens weiß um die Ursachen, die Gegenwart und die Folgen eines Krieges für die zukünftige Gesellschaft. Europäischen Frieden zu schaffen und zu erhalten

Sein Schüler, Cornelius Schut setzte die Friedensallegorien nach dem Tod Rubens fort und zeichnete das Werk in Tradition der Malerschule von Rubens „Der Westfälischen Frieden“ Über den Westfälischen Frieden gibt es zahlreiche Bildwerke. *2

schut westfälischer friede

Bildbetrachtung: Die Folgen des Krieges

*3: „ … Das Gemälde „Die Folgen des Krieges“ von Peter Paul Rubens kann man als eines der ersten Antikriegsbilder bezeichnen. Es ist ein kritisches Bild, kein Bild, das den Mächtigen schmeichelt!

folgen_des_krieges

Mitten im Dreißigjährigen Krieg entstand es und mahnt zum Frieden. Die allegorischen Figuren der Liebesgöttin Venus, des Kriegsgottes Mars und der Schutzöttin Minerva werden dargestellt. … Diese Figuren werden gegenübergestellt. Das Bild ist also verschlüsselt.

Auch Kinder – in Gestalt von Engeln – werden dargestellt. Aber es sind ängstliche Engel, ängstliche, verstörte Kinder, die sich an die Mutter klammern und dem Treiben des Krieges hilflos ausgesetzt sind.
So war es in jedem Krieg- so ist es auch noch heute. Die Kinder- mitten im Kriegsgeschehen- leiden besonders und sind verstört.

Im Hintergrund des Bildes sieht man Soldaten: Das Unheil nimmt seinen Lauf. Die Künste – vertreten durch einen am Boden liegenden Baumeister- liegen am Boden. Links im Bild Europa, in Trauerkleidung, die mit erhobenen Armen das Geschehen zu beschwören scheint. …“

* 1: Zitate von Rubens zum Kriegsgeschehen

„Was meinen Teil anbelangt, so wünsche ich, daß die ganze Welt
in Frieden lebte und daß wir statt eines eisernen ein goldenes Zeitalter hätten.“
Rubens an Pierre Dupuy, Antwerpen, 22. April 1627

„Dies ist ein Zustand, der die Mitte hält zwischen Untätigkeit und offensivem Krieg, der eine Menge Ausgaben und Anstrengungen kostet und wenig Nutzen bringt gegen so mächtige Völker, die so gut verteidigt sind durch Kriegskunst und Natur.

 

Quellenangaben für Interessierte:

Informationen zum 30-jährigen Krieg: http://www.planet-wissen.de/geschichte/neuzeit/der_dreissigjaehrige_krieg/pwwbderdreissigjaehrigekrieg100.html

Informationen zu Rubens:  https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Paul_Rubens

*1 aus: https://www.lwl.org/LWL/Kultur/Westfaelischer_Friede/wir_ueber_uns

*2 aus: http://www.onlinekunst.de/frieden/rubens.html

*3 für die Zitate: http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=519&url_tabelle=tab_texte